Überzeugte bei der Hallen-WM in Polen – Claudia Rath (Foto: spofo/Kenny Beele).

Kämpften bis zum Schluss um den Sieg in Ratingen: Claudia Rath und Lilli Schwarzkopf. Foto: Arno Bachert / TV Ratingen

29.06.2014

Lilli Schwarzkopf feiert Comeback in Ratingen, Claudia Rath die EM-Norm

Nach überstandenem Achillessehnen-Riss hat sich Lilli Schwarzkopf in beeindruckender Weise am 29.06. an der deutschen Spitze zurückgemeldet und das Erdgas Mehrkampf-Meeting in Ratingen mit 6.426 Punkten gewonnen. Hinter ihr behielt auch die WM-Vierte Claudia Rath die Nerven und hakte nach missglücktem ersten Angriff in Götzis souverän die EM-Norm ab.

Die Erleichterung war bei beiden groß. Lilli freute sich sichtlich über ihr gelungenes Comeback nach langem Genesungsprozess. Die Olympia-Zweite von London lieferte den fünftbesten Wettkampf ihrer Karriere ab und verbesserte sich gegenüber Götzis Anfang Juni um mehr als 200 Punkte. Grund zum Feiern gab ihr speziell die neue Bestleistung von 1,84m im Hochsprung, womit sie ihre bei der WM 2007 aufgestellte Hausmarke um 1cm übertraf. Stark waren zudem ihre Saisonbestleistung von 6,20m im Weitsprung, 14,45 m mit der Kugel (viertbeste Weite unter freiem Himmel) sowie 52,50m und Disziplinsieg im Speerwurf. Im abschließenden 800-Meter-Lauf lieferte Lilli mit 2:12,85 min eine solide Leistung ab und sah letztlich nur im Sprint (13,82s über 100m Hürden und 25,68 über 200m) noch Nachholbedarf nach ihrer Verletzung. Die Formkurve zeigt jedenfalls in die richtige Richtung.

Ein Stein fiel auch Claudia Rath vom Herzen. Nach drei ungültigen Versuchen im Weitsprung in Götzis hatte sie ihre erste Qualifizierungschance für die EM bislang verpasst. In Ratingen machte sie mit 6.314 Punkten den zweiten Rang vor der Polin Karolina Tyminska (6.266 Punkte), ihr drittbestes Siebenkampfresultat und den dritten Startplatz im DLV-Siebenkampf-Team für sich klar. Die Grundlage legte sie gleich über 100m Hürden, als sie mit 13,47s um eine Hundertstel an ihre persönliche Bestleistung heran kam. Darauf folgten solide 1,75m im Hochsprung und ein Dämpfer im Kugelstoßen, wo sie mit 13,08m deutlich unter ihrer in Götzis neu aufgestellten Bestleistung von 13,78m blieb. Etwas hinter ihren Möglichkeiten blieb Claudia auch über 200m in 24,20 Sekunden. Sie ließ sich jedoch weder davon noch von der Erinnerung an ihren Salto Nullo beim Weitsprung in Götzis beirren und  holte in ihrer Paradedisziplin, mit ausgezeichneten 6,41m wieder auf. 41,39m im Speerwurf, ihrer an sich schwächsten Disziplin, bedeuteten ihre zweitbeste je erzielte Weite und brachten ihr zusammen mit fulminanten 2.09,20 Minuten über 800m am Ende das EM-Ticket ein. 

Die auf den Mehrkampf umgestiegene Hürdensprinterin Cindy Roleder war neben Mareike Arndt (5527 Punkte und Platz 7) und Simone Mrotzek (5262 Punkte und Platz 8) die fünfte deutsche Starterin, die ihren Wettkampf in Ratingen vollendete. In ihrem erst zweiten Siebenkampf glänzte sie vor allem mit 12,96s über 100m Hürden, 23,97s über 200m und 6,12m im Weitsprung und verbesserte sich im Endergebnis auf 5728 Punkte (Platz 6).

Verletzungsbedingt musste sich Julia Mächtig nach dem Hochsprung verabschieden und ihre Hoffnungen auf einen EM-Startplatz begraben. Aus Vorsicht brach auch die Aufsteigerin Carolin Schäfer den Wettkampf ab. Die 22-Jährige hatte seit Götzis mit einer herausragenden Steigerung ihrer Bestleistung um mehr als 300 Punkte auf 6.386 Punkte die EM-Norm bereits in der Tasche. Sie bestätigte ihre exzellente Form auch am ersten Tag in Ratingen, wo sie über 100m Hürden in 13,21s und 200m in 24,01 Sekunden neue Bestzeiten lief. In Götzis war die Frankfurterin zwar 23,53 Sekunden gelaufen – allerdings mit deutlich zu viel Windunterstützung. Nach 1,78m im Hochsprung und 12,78m im Kugelstoßen führte sie am Ende des ersten Tages die Zwischenwertung an, entschied jedoch aufgrund von Rückenproblemen, am zweiten Tag nicht mehr anzutreten, um ihren EM-Start nicht zu gefährden.

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