Julia Mächtig stellte in Ratingen eine neue Weltjahresbestleistung auf. (Foto: spofo/Kenny Beele)

Julia Mächtig stellte in Ratingen eine neue Weltjahresbestleistung auf. (Foto: spofo/Kenny Beele)

16.06.2013

Weltjahresbestleistung für Julia Mächtig

Julia Mächtig heißt die Siegerin zweier furioser Wettkampftage in Ratingen. Die Neubrandenburgerin sicherte sich letztendlich überlegen das WM-Ticket für Moskau und siegte mit der neuen Weltjahresbestleistung von 6430 Punkten vor Claudia Rath und Kira Biesenbach, die mit 6317 bzw. 6185 Punkten ebenfalls die WM-Norm (6150 Punkten) übertrafen.

Das Erdgas Mehrkampf-Meeting in Ratingen wurde am Wochenende zum Bestleistungsfestival. Getragen von begeistert anfeuernden Zuschauern und guten äußeren Bedingungen stellten gleich sieben von acht deutschen Siebenkämpferinnen neue persönliche Bestleistungen auf. Eine von ihnen war Julia Mächtig, die sich am zweiten Wettkampftag mit einem herausragenden Speerwurf endgültig auf die Siegerstraße gebracht hatte, nachdem zuvor die Führung mehrmals zwischen ihr und den beiden stark auftrumpfenden Konkurrentinnen Claudia Rath und Kira Biesenbach hin und her wechselte. Den Grundstein für ihren Erfolg legte Julia Mächtig wie gewohnt in den Wurfdisziplinen. Im Kugelstoßen erreichte die Neubrandenburgerin mit 15,79 Meter hinter Sara Gambetta (16,17 Meter) die zweitbeste Weite des Tages, im Speerwerfen gelang ihr mit 51,58 Meter der erste 50-Meter-Wurf ihrer Karriere. Doch auch in den weiteren Disziplinen überzeugte die Olympiateilnehmerin mit durchweg guten Leistungen. 14,12 Sekunden über 100 Meter Hürden und 1,75 Meter im Hochsprung bedeuteten einen soliden Auftakt in den Mehrkampf. Und auch über 200 Meter und im Weitsprung zeigte Julia Mächtig mit 24,89 Sekunden und 6,31 Meter ein gutes Leistungsniveau. Ihren starken Siebenkampf rundete die seit Jahren von Klaus Baarck betreute Athletin in 2:14,12 Minuten mit einer neuen 800-Meter-Bestleistung ab. Sie wiederholte damit ihren Vorjahressieg von Ratingen und stellte zudem eine neue Weltjahresbestleistung auf, die zuvor die Ukrainerin Hanna Melnychenko mit 6416 Punkten inne hatte.

WM-Normen für Rath und Biesenbach
Auch die Zweit- und Drittplatzierten Claudia Rath und Kira Biesenbach konnten sich am Ende zweier toller Wettkampftage über neue persönliche Bestmarken freuen. Auf Rang zwei landete die Frankfurterin Claudia Rath mit 6317 Punkten. Die Frankfurterin begann den Siebenkampf über 100 Meter Hürden in schnellen 13,46 Sekunden und sicherte sich damit ihren ersten Disziplinsieg der Veranstaltung. Mit 6,50 Meter im Weitsprung und 2:08,68 Minuten über 800 Meter folgten die Patronanzen zwei und drei. Die EM-Siebte verbesserte in Ratingen ihre bisherige Bestmarke um mehr als 100 Punkte und darf sich nun auf ihren ersten WM-Start ihrer Karriere freuen.
Auch wenn die offiziellen Nominierungen noch ausstehen, dürfte sich an diesem Wochenende die erst 20-Jährige Kira Biesenbach das dritte deutsche WM-Ticket gesichert haben. Mit 6185 Punkten übertraf die Trainingskollegin von Jennifer Oeser die geforderte Norm um 35 Zähler und könnte nun nicht nur bei der U23-EM in Tampere, sondern auch bei der WM in Moskau an den Start gehen. Herausragende Leistungen der Leverkusenerin waren ihre Bestleistungen über 100 Meter Hürden (13,71 Sekunden) und im Hochsprung (1,78 Meter). Mit 6,42 Meter  erreichte sie zudem die zweitbeste Weitsprungleistung ihrer Karriere. Hinter den drei Erstplatzierten deutschen Athletinnen übertraf auch die Norwegerin Ida Marcussen als Vierte mit 6140 Punkten noch deutlich die 6000-Punkte-Marke.

Starke U23-Leistungen
Mit 5972 Punkten blieb die Frankfurterin Carolin Schäfer zwar knapp unter dieser Grenze, verbesserte ihre Vorleistung von Götzis jedoch deutlich und wird neben Kira Biesenbach die zweite deutsche Starterin bei der U23-EM in Tampere sein. Den dritten Startplatz sicherte sich Alina Biesenbach mit einer Punktlandung auf 5767 Zähler, exakt 17 Punkte mehr als die vom DLV geforderte Norm. Die Leverkusenerin darf sich somit auf ihren ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft freuen. Ihre Teamkollegin Anna Maiwald stellte mit 5863 Punkten ebenfalls eine neue Bestleistung auf und empfahl sich damit für den jährlich stattfindenden Ländervergleich gegen die USA.
Einzige Wehrmutstropfen des Wochenendes waren die Ausfälle von Maren Schwerdtner und Sara Gambetta. Während WM-Kandidatin Maren Schwerdtner den Wettkampf krankheitsbedingt bereits in der dritten Disziplin aufgeben musste, zeigte Sara Gambetta bei ihrem Comeback einen guten ersten Tag. Herausragend dabei ihre 16,17 Meter im Kugelstoßen, die sogar den Disziplinsieg bedeuteten. An Tag zwei war jedoch aufgrund von einer Beugerverletzung Schluss für die Frankfurterin, die bereits 2012 mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte.

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